Ab 7. Mai 2020 hat das GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig wieder regulär von 10 bis 18 Uhr (außer montags) geöffnet. Bitte beachten Sie, dass vorerst nur die Sonderausstellung "Szenen des Lebens", nicht jedoch die Dauerausstellung zu sehen ist.

Marius Land – Kolonial living

Mehrteilige Installation: Ordner, C-Print, Autoinnendekorteile, Bambusvorhang,Maße variabel

text 1: Projekt + Bild

Kolonialismus bedeutet die systematische Kontrolle über die Ressourcen des kolonialisierten Gebiets. Neben ökonomisch motivierter Ausbeutung etablieren sich oftmals auch Formen kultureller, geistiger sowie ästhetischer Aneignung: Ob Buddha-Figuren oder Yin-Yang-Anhänger – Einrichtungsgegenstände, Souvenirs und Artefakte im "Kolonialstil" reproduzieren ein Bild des "Anderen" als "Fremden" in einem diffusen Sinne. Entzeitlichung sowie die Herauslösung aus jeglichem Kontext bieten uns das "Fremde" als warenförmigen, problemlos in "unsere Kultur" integrierbaren Fetisch dar. Bedeutet diese Form der Aneignung eine Reproduktion kolonialer Verhältnisse oder ein Willkommenheißen des Fremden? Eignen wir uns das Fremde als Mittel der Selbstbetrachtung an? Und wo beginnt eigentlich – angesichts der allgegenwärtigen Spuren des Kolonialismus – das ethnologische Museum?

Einblick in die Broschüre zur Installation © Marius Land

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