Fliesenbild
Bitte beachten Sie die vorübergehend verkürzten Öffnungszeiten des GRASSI Museum für Völkerkunde: Donnerstag bis Sonntag, 10—18 Uhr, Montag bis Mittwoch geschlossen.

Naher und Mittlerer Osten

Beschreibung

Das Entstehen dieser Sammlung geht auf den ersten Direktor des Museums, Dr. Hermann Obst, zurück, der 1881 im Anschluss an einen anthropologischen Kongress in Tiflis nach Transkaspien reiste und bei den Turkmenen sammelte. Die größte Teilsammlung erhielt das MVL 1901 von einem Leipziger: Philipp Walter Schulz hatte zwischen 1897 und 1899 weite Teile des westlichen Iran besucht und eine mehr als 900 Einzelobjekte umfassende Sammlung von kunsthandwerklichen Gegenständen zusammengetragen, die nicht nur die Entwicklung des iranischen Kunsthandwerks seit safawidischer Zeit, sondern vor allem auch den Alltag des städtischen Bürgertums an der Schwelle des 20. Jh. deutlich macht.
Bis in die beginnenden 1930er Jahre konnte das Museum seinen Bestand kontinuierlich erweitern. Aus dieser Zeit stammen die  Sammlungen aus Marokko von R. Zabel, die Sammlung aus Algerien von M. A. van Gennep sowie die Sammlung des Museumsmitarbeiters Paul Germann, der 1913/14 mit Leo Frobenius mehrere Oasen der nördlichen Sahara (Taghit, Figuig) und die Kabylei bereist hatte. Von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung war eine von Theodor Menzel angelegte „Derwisch-Sammlung“ aus der Türkei.
Durch die Bombardierungen im Jahr 1943 wurden verschiedene Sammlungen vernichtet („Turkmenen-Sammlung“ von Hermann Obst, „Derwisch-Sammlung“ aus der Türkei sowie eine Kollektion, die die unterschiedlichen religiösen Gruppen Palästinas zu Beginn des 20.Jh. repräsentierte).
Der langjährige Direktor des Museums, Dr. Wolfgang König bemühte sich während Forschungsaufenthalten, erneut eine Sammlung aus Turkmenistan aufzubauen, Mit seiner Sammlung traditioneller Alltagskultur sowie mit seinen Forschungen über die Teke und die Besonderheiten des turkmenischen Nomadismus trug König dazu bei, dass das Museum den Ruf eines Zentrums der Forschung zu Turkmenen- und ganz besonders zu Nomadismus erhielt. Diesen Ruf festigte der spätere Direktor des Museums, Dr. Lothar Stein, bei dem die Kultur der Beduinen im Mittelpunkt des Forschens und Sammelns stand. Von Lothar Stein, der nach W. König die Leitung des Museums übernahm, wurden Ethnographica aus dem Irak (von den Šammar-Beduinen), aus Ägypten (insbesondere aus der Oase Siwa) und aus dem Jemen (vor allem von der Insel Sokotra) nach Leipzig gebracht.

 

Ansprechpartner
Kevin Breß M.A.
Tel. 0341/9731-904
kevin.bress@skd.museum

Impressionen

Ausstellungsliste

Weitere Ausstellungen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Zum Seitenanfang