Ausstellungsraum
© GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Tom Dachs

Präsentation der Benin-Bronzen mit Werken von Enotie Ogbebor

Angesichts der jüngsten Entwicklungen zur Restitution der Benin-Bronzen ergibt sich nun die Gelegenheit, gemeinsam mit Akteur*innen aus Nigeria über neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit nachzudenken.

  • Öffnungszeiten täglich 10—18 Uhr, Montag geschlossen
  • Eintrittspreise regulär 6 €, ermäßigt 4,50 €, unter 17 frei, ab 10 Pers. 5,50 €

Welche

Welche Formen des Austauschs sind auf Basis einer Eigentumsübertragung in der Zukunft möglich? Wie werden die Benin-Bronzen fortan präsentiert – in Benin City, Nigeria und dem Rest der Welt? Wie können Geschichte, Wissen zu Herstellungstechniken und Bildsprache sowie zeitgenössische Kunst miteinander in Dialog gebracht werden? Anlässlich des Bekenntnisses des Bundes und des Freistaat Sachsens zur Rückgabe der Benin-Bronzen bietet diese Präsentation in Zusammenarbeit mit dem multidisziplinären Künstler Enotie Paul Ogbebor einen ersten Ausblick.

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© GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Tom Dachs
Ausstellungsansicht der Benin-Bronzen mit Werken von Enotie Ogbebor

Artist Statement von Enotie Paul Ogbebor

"Die Benin-Bronzen sind berühmt für ihre kunsthandwerkliche Qualität und für die gewaltsamen Umstände, unter denen sie in die Bestände von über 160 Museen weltweit gelangten. Sie wurden im Jahr 1897 von britischen Soldaten geplündert. Daraufhin wurde das gesamte Zeugnis des Erbes von Benin, das in den Artefakten eingeschrieben ist, weltweit verstreut. Mit der Übergabe der Eigentumsrechte der Objekte aus Benin von Deutschland an Nigeria ist der Restitutionsprozess vorangeschritten.

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© GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Tom Dachs
Enotie Ogbebor

Der Kolonialismus

Der Kolonialismus und die anschließende Etablierung eines Nationalstaates zerstörten das jahrhundertealte sozio-politische und wirtschaftliche System unter der Monarchie sowie die Art und Weise, wie die Menschen im Königreich Benin mit ihrer Umwelt in Beziehung standen. Mit meiner Auswahl von Benin-Bronzen aus den Museen in Leipzig und Dresden habe ich versucht, einen Eindruck von den sozialen Hierarchien und Rollen, Praktiken, Ritualen und gesellschaftlichen Umgangsformen zu vermitteln, die das Leben im Königreich ausmachten.

Durch die Auseinandersetzung mit diesen Objekten lassen sich die vielfältigen Rollen erörtern, die die komplexe soziale und politische Organisation des Königreichs ausmachten. Dies zeugt von ihrer Bedeutung als Bewahrer von Erinnerungen. Die Artefakte dienen als wichtige Referenzen, um die Vergangenheit zu erschließen. Zugleich werfen sie Fragen für die Gegenwart auf."

Enotie Paul Ogbebor, Dezember 2022

Iye’s Role

Die Werke „Iye’s Role“ und "As a Witness" sind als zwei von insgesamt drei Werken im Rahmen der Live-Painting-Performance von Enotie Paul Ogbebor im Juli 2022 hier am Museum entstanden. Im Anschluss an die Unterzeichnung der Gemeinsamen Politischen Erklärung über die Rückgabe von Benin-Bronzen und Bilaterale Museumskooperationen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Bundesrepublik Nigeria am 1. Juli 2022 war Ogbebor vom 4. bis 8. Juli 2022 zu Gast am Museum. Ogbebor überließ nachfolgend dem Museum die drei entstandenen Werke als Schenkung.

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Ausstellungsansicht der Benin-Bronzen mit Werken von Enotie Ogbebor

Das Werk

Das Werk verweist, so Ogbebor, auf die unterschiedlichen Rollen, insbesondere der der Frauen und Mütter, im sozialen Gefüge unter der Monarchie und im langen Bestehen des Königreichs von Benin. So ist auf dem Gemälde von links nach rechts der Gedenkkopf eines Oba, eines Königs, zu sehen, einer Iyoba, die Mutter eines Oba, sowie der eines Untertans des Königs, der für die Bürger*innen Benins steht und ohne diese das Königreich nicht fortbestanden hätte.

As a Witness

Das Gemälde zeigt das Igue Festival, das bis heute jährlich zum Jahresende zu Ehren des Obas, des Königs von Benin, und als Dankesfest in Benin City im heutigen Nigeria gefeiert wird. Am oberen Rand ist der Oba zu sehen, begleitet von Festivalgästen und Oberhäuptern des Königspalasts und der Zünfte, die ihm Respekt erweisen. Mit dem Werk möchte Ogbebor auf die Widerstandsfähigkeit der Menschen von Benin hinweisen, auf die Vitalität ihrer Kultur und Gesellschaft. Es symbolisiert die Kontinuität des Lebens, des Schaffens und der Spiritualität Benins.

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Ausstellungsansicht der Benin-Bronzen mit Werken von Enotie Ogbebor

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