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Szenen des Lebens

Szenen des Lebens

Der byōbu gibt das Leben im Japan des 17. Jahrhunderts auf der Shijō-Straße in Kyoto realitätsnah wieder. Das unbeschwerte Nebeneinander unterschiedlicher sozialer Schichten war in der streng hierarchisch gegliederten Gesellschaft der Edo-Zeit (1603–1868) nur in den Vergnügungsvierteln möglich.

Auf den Straßen sieht man sowohl Samurai als auch reiche Kaufleute flanieren. Wohlhabende Damen lassen sich in Sänften tragen, und Händler eilen mit ihren an Tragestangen befestigten Waren vorbei. Manch ein Adliger tarnt sich mittels eines Binsenflechthutes, um unerkannt am Treiben teilzuhaben.

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© Staatliche Kunstsammlungen Dresden
360°-Ansicht des Ausstellungsbereiches "Szenen des Lebens". Der Paravent befindet sich derzeit in einem extra klimatisierten Raum.

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Auch im Publikum gibt es keine strikte Trennung. Trotz separierter Sitzbereiche findet man einfache Mönche neben modisch gekleideten Frauen, Lastenträger neben Schwertadeligen. Man sitzt zusammen beim Essen, Trinken, Schwatzen, Rauchen und Staunen.

Exemplarisch werden einige der dargestellten Gegenstände in thematischen Vitrinen präsentiert. Sie laden dazu ein, sich in die Szenen des Lebens auf dem byōbu zu vertiefen.


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Modell einer Sänfte (kago), 1600–1875, Holz, Schwarzlack, Goldstreudekor, Metallbeschläge, Textil, erworben 1875 vom Sammler Carl Pieschel, Dresden, Museum für Völkerkunde Dresden, Inv.-Nr. 20856

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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Der byōbu „Szenen an der Shijō-Straße nahe des Flussufers

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Byōbu sind mehrteilige Wandschirme, die seit dem 8. Jahrhundert in Japan in Gebrauch sind. Sie wurden für höfische Zeremonien, als Dekoration bei offiziellen Anlässen und als Raumteiler von der japanischen Oberschicht verwendet. In der Edo-Zeit (1603–1868) hielt der byōbu mit dem wachsenden Wohlstand der städtischen Bevölkerung auch Einzug in Bürgerhäuser und in die Etablissements der Vergnügungsviertel.

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden
An dieser Stelle wird der Paravent stehen, der sich momentan noch in einem extra klimatisierten Raum befindet. Hier zu sehen ist ein verkleinertes Modell.

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Der Leipziger byōbu stellt die jährlich stattfindenden Vergnügungen in der Shijō-Straße in Kyoto dar und gehört damit zum Genre der ukiyo-e. Diese „Bilder der fließenden“ oder auch „vergänglichen Welt“ zeigen die irdischen Freuden des städtischen Lebens, der Teehäuser und Theater. So führen auf der Bühne im linken oberen Bildfeld Frauen Tänze, Vorformen des Kabuki-Theaters, auf. Da es Frauen ab 1629 untersagt war, auf der Bühne aufzutreten, dient diese Information als Datierungshilfe: Die Entstehungszeit des byōbu lässt sich so auf die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts eingrenzen.

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden
An dieser Stelle wird der Paravent stehen, der sich momentan noch in einem extra klimatisierten Raum befindet. Hier zu sehen ist ein verkleinertes Modell.

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