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Emeka Ogboh

Die von Emeka Ogboh entwickelte Arbeit „At the Threshold“ („An der Schwelle“) besteht aus einer Serie von Porträts von Benin-Bronzen. Diese Bronzen sind aktuell Teil der Sächsischen Ethnologischen Sammlung. Mit der Aktion lenkt der Künstler Aufmerksamkeit auf einen umstrittenen Sammlungsteil der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Er thematisiert die An- und Abwesenheit der Bronzen an ihrem Ursprungsort und in den Sammlungen deutscher Museen. Zugleich stellt er die gegenseitige Bedingtheit europäischer und außereuropäischer Kunst zur Disposition.

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Eine Konsequenz der Entwendung der Benin-Bronzen von ihrem Herkunftsort im Jahr 1897 ist, dass sie spezifischer Lebensgeschichten beraubt wurden. Sie besitzen nicht mehr die individuelle Identität und Autonomie, die sie in ihrem Herkunftskontext hatten. Die gefeierten Objekte, die einst Sinnbild religiöser und politischer Macht waren, sind in den westlichen Museen zu einem Zustand des aufgezwungenen Stillstands reduziert worden.

© TOM DACHS

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Emeka Ogboh wurde 1977 in Enugu in Nigeria geboren und lebt heute in Berlin. Der Sound- und Installationskünstler bedient sich eines sinnlichen Zugangs wie Hören und Schmecken, wenn er Beziehungen zu Orten herstellt. In seinen Arbeiten erforscht er wie private, öffentliche oder kollektive Erinnerungen und Geschichten in Bild, Klang und Geschmack übersetzt werden können, und setzt sich mit Fragen zu Migration, Globalisierung und Postkolonialismus auseinander. Ogboh hat an zahlreichen internationalen Ausstellungen teilgenommen, darunter die documenta 14 (2017), Skulptur Projekte Münster (2017), die 56. Ausgabe der La Biennale di Venezia (2015), und die Dakar Biennale (2014).

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