Panov, 1928
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Ansichten einer Stadt - 2200 Jahre Tashkent

Das Museum präsentiert in einer Sonderausstellung 35 Fotos, die die Geschichte der Stadt Taschkent widerspiegeln. Die Ausstellung wird unterstützt durch die Botschaft der Republik Uzbekistan in Berlin.

  • Laufzeit 10.12.2008—01.02.2009

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Im Jahre 1867 wurde Taschkent zum Zentrum des Generalgouvernements Turkestan. Taschkent war in der Vergangenheit eine mittelasiatische Stadt, mit interessanter Geschichte, deren Antlitz geprägt wurde durch eine Vielzahl bedeutender Denkmäler islamischer Architektur. Schon um die Jahrhundertwende, dem "goldenen Zeitalter" der Fotografie, war Taschkent ein begehrtes Motiv für viele talentierte einheimische Fotografen. Damals betrachtete man die Stadt eher als Vorposten russischer Kolonialadministration in Zentralasien. Die Fotochroniken dieser Periode (von Künstlern wie E. Chlubny, Ja. Okuneva, S. Nikolai publiziert) zeigen die deutliche Teilung der Stadt in die "Alte Stadt" — die Mittelasiatische und die "Neue Stadt" — die Europäische. Jede hatte ihr eigenes charakteristisches Aussehen und ihre eigene lebendige Bevölkerungsstruktur.

Einwohner Tashkents

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Taschkent stand als größtes Industriezentrum Turkestans auch im Mittelpunkt der Ereignisse des Jahres 1917. Die Jahre des Bürgerkriegs nach der bolschewistischen Revolution waren von Stagnation gekennzeichnet. Der Aufbau der Stadt kam fast völlig zum Erliegen. Erst in den 30er Jahren begann eine lebhafte Entwicklung der Stadt. Taschkent behauptete den Status der Hauptstadt der Republik Uzbekistan im Verbund der UdSSR.

Jumam Moschee, Taschkent, 2000

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Mehrere Generalentwicklungspläne wurden aufgestellt und umgesetzt und die Stadt verwandelte sich — trotz des verheerenden Erdbebens im Jahre 1966 — in die größte Stadt Zentralasiens mit mehr als zwei Millionen Einwohnern. Spürbar veränderte sich auch die Lebensweise der Menschen Uzbekistans im 20. Jh. Ausdrucksstarke Belege dafür sind die Fotografien I. Panov's, M. Penson's, N. Rjadov's. Gleichzeitig drücken ihre Arbeiten alle grundlegenden Tendenzen moderner Fotokunst ihrer Zeit aus. Besonders bekannt sind die Arbeiten des Taschkenter Journalisten M. Penson und seine Fotochroniken der 20er bis 50er Jahre.

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Die Nachkriegsfotografie K. Rasykov's, A. Usmanov's, I. Duschkin's, N. Kljutschnev's, A. Gubenko's begann sich aktiv vom sozialistischen Auftrag des totalitären Staatssystems der UdSSR abzuwenden und leistete damit ihren eigenständigen Beitrag zur Entwicklung der Fotokunst in einer sehr komplizierten Epoche der Geschichte Taschkents. Am 31. August 1991 wurde in Taschkent die staatliche Unabhängigkeit Uzbekistans erklärt. Es begann eine neue Ära in ihrer mehrtausendjährigen Geschichte. Seit den Jahren der Unabhängigkeit hat sich die Hauptstadt des neuen asiatischen souveränen Staates völlig verändert. Das widerspiegelt das Schaffen der modernen uzbekischen Fotografen R. Scharipov, R. Schagajev und V. An. Die gezeigten Fotos lassen ein Bild dieser 2200-jährigen Stadt entstehen — romantisch und doch widersprüchlich, vielfältig und anziehend. Sie zeigen wahrhaftig den "Stern des Ostens", wie man die Stadt poetisch nennt. (Boris Golender, Fotohistoriker)

Khastimam Strasse, 1926

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